Zukünftige Anwendungsgebiete für die Blockchain

Neue Anwendungsgebiete

Durch die hohe Transformationsgeschwindigkeit des Energiesektors entsteht ein starker Bedarf für neue digitale Lösungen, die das Management eines erneuerbaren und zunehmend dezentral organisierten Energiesystems erleichtern. Digitalisierung, u.a. durch Anwendung der Blockchain, kann konkret helfen, die wachsende Komplexität zu strukturieren sowie das Energiesystem flexibler und transparenter zu gestalten. Dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten für den Energiemarkt, z. B. für einen direkteren Austausch zwischen dezentralen Energieerzeugern und -verbrauchern. Die Blockchain-Technologie kann aber, z. B. auch bei öffentlichen Lade- und Abrechnungstransaktionen für Elektrofahrzeuge, zum dominierenden Design werden. Im Zusammenspiel mit weiteren digitalen Komponenten, wie z. B. Künstlicher Intelligenz (KI) hat sie das Potenzial zu einer Schlüsseltechnologie bei der Transformation des Energiesystems zu werden.

Derzeit laufen mehrere Projekte der Bundesregierung zur Blockchain, wie z. B. die “Smart Service Welt II“, die Blockchain-basierte virtuelle Großspeicher für PV-Anlagenbetreiber testet, das Förderprogramm “SINTEG-Schaufenster Intelligente Energie” und das Kopernikus-Projekt “ENSURE – Neue Netzstrukturen“. Darüber hinaus will die Bundesregierung eine staatliche Förderung ökologisch nachhaltiger Blockchain-Anwendungen prüfen. Untersucht werden soll, z. B. auch die Transparenz in Liefer- und Wertschöpfungsketten. Auf europäischer Ebene beteiligt sich die Bundesregierung am Aufbau einer Europäischen Blockchain Services Infrastruktur (EBSI). Weitere Informationen zur Blockchain-Strategie der Bundesregierung finden Sie hier.

Philipp Richard, Teamleiter Energiesyssteme und Digitalisierung:

"Die Aufnahme, Interpretation und Übersetzung von Daten in automatische Handlungen wird zu einem Kernbestandteil einer integrierten Energiewende in einem stark dezentralisierten Energiesystem. Eine Technologie zu erproben, die die Herkunft und Verwendung von digitalen Informationen zunächst dokumentiert und dabei natürlich datenschutzkonform und sehr sicher agieren muss, ist ein wichtiger erster Schritt.“

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