Projekthintergrund
Die Kommune von morgen benötigt eine digitale Infrastruktur. Im Rahmen des Projekts klimakommune.digital baut die dena seit 2022 eine solche digitale Infrastruktur in insgesamt 5 relevanten Workstreams in der Stadt Hagen auf. Sie erfasst, verknüpft und wertet kommunale Energie- und Umweltdaten in den Sektoren Verkehr, Gebäude, Industrie, Wärme und Klimafolgeanpassung aus. Das Ziel besteht darin, Klimaschutzmaßnahmen datenbasiert zu steuern und die Daten- und Entscheidungsgrundlage auch visuell sichtbar zu machen. Das Herzstück des Projekts ist die Urban Data Platform (UDP). Sie fasst die Daten über Schnittstellen zusammen, visualisiert sie und stellt der Stadtgesellschaft und allgemeinen Öffentlichkeit dadurch relevante Informationen in aufbereiteter Form über das öffentliche Dashboard zur Verfügung.
Vorgehen
Die Auswahl der Stadt Hagen als Pilotkommune für die Umsetzung des Projekts begann im Herbst 2021 und wurde bis Ende 2025 von der dena begleitet. Hagen überzeugte durch eine bestehende Smart-City-Arbeitsgruppe und eine Digitalisierungsstrategie, die ein breites Konsortium umfasst. Im Laufe des Projekts entstand eine enge Zusammenarbeit innerhalb des Konsortiums sowie mit der Bevölkerung und anderen relevanten Akteuren und Projektpartnern.
Zu Beginn des Projekts lag der Fokus auf der Optimierung der Erfassung von Umweltdaten im Allgemeinen und von Daten mit Bezug zu CO2-Emissionen im Besonderen. Zu diesem Zweck wurden Sensoren in den Sektoren Verkehr, Gebäude und Industrie installiert. Im Laufe des Projekts kamen die Sektoren Wärme und Klimaanpassung hinzu. Die Daten aus den Bereichen Energieversorgung, Verkehr, Umweltmonitoring und Geoinformationen werden in der UDP gebündelt. Dadurch ergeben sich neue Perspektiven: vom CO₂-Monitoring über klimaresiliente Stadtplanung bis hin zum energieeffizienten Gebäudebetrieb.
Das Projekt ist bewusst keine Insellösung. Ein digitaler Baukasten soll aus dem Projekt heraus resultierend Erfahrungsberichte, Best und Worst Practices, rechtliche Rahmenbedingungen, Praxisbeispiele und Methoden zur Bürgerbeteiligung zusammen. Die Inhalte werden modular, interaktiv und offen zugänglich bereitgestellt. Damit ist es ein praxisnahes Instrument, um Infrastrukturprojekte zu entwickeln, Klimaschutzmaßnahmen zu verstärken und erfolgreiche Ansätze zu skalieren. So entsteht ein übertragbares Modell, das Kommunen jeder Größe nutzen können.
Ausblick
Nach Abschluss des Projekts „Klimakommune.digital“ wird die Stadt Hagen die Verantwortung für die implementierten Systeme übernehmen. Zudem plant sie, die Urban Data Platform auszubauen, neue Datenquellen zu integrieren und die gewonnenen Erkenntnisse für die strategische Stadtplanung zu nutzen. Der am Ende des Projekts veröffentlichte Baukasten bietet eine Blaupause für die Nachnutzung der Lösungen. Hagen wird sich zudem weiterhin aktiv mit anderen Städten vernetzen, um den interkommunalen Austausch zu fördern und die Übertragbarkeit der Projektergebnisse zu sichern.
Gleichzeitig wird es ein direktes Nachfolgeprojekt zur „klimakommune.digital“ geben. Auch hierbei steht die Digitalisierung in den Kommunen im Fokus, um Daten über Klimaschutzmaßnahmen und Klimafolgenanpassung zu erheben und eine nachhaltige Dateninfrastruktur aufzubauen. Dabei soll die in den letzten Jahren gesammelte Expertise verbreitet und ein Netzwerk interessierter Kommunen aufgebaut werden. Im Vergleich zu dem hier betrachteten Projekt steht also keine spezifische Modellkommune im Mittelpunkt, sondern die Skalierung der Erfahrungen und Best Practices auf andere Kommunen in Deutschland.
