Das Future Energy Lab der dena und energy data-X haben erstmals einen konkreten Datenaustausch zwischen zwei Energiedatenräumen umgesetzt. Aggregierte und anonymisierte Energiedaten aus dem Projekt Use Case Energie werden dabei über Datenraumgrenzen hinweg bereitgestellt und direkt für die Optimierung der Bilanzkreisbewirtschaftung genutzt. Der Anwendungsfall zeigt, wie interoperable Datenräume den sicheren und skalierbaren Austausch von Energiedaten ermöglichen.
Von der Infrastruktur zur Anwendung
Datenräume schaffen die Grundlage für einen sicheren und souveränen Datenaustausch. Mit der Möglichkeit, Daten über einzelne Projekte und Systemgrenzen hinweg sicher und interoperabel zu nutzen, eröffnen sie neue Potenziale für innovative Anwendungen und eine vernetzte digitale Energiewirtschaft.
Genau dies gelingt nun erstmals in der Zusammenarbeit zwischen dem Future Energy Lab der dena und dem Datenraumprojekt energy data-X. Im Projekt Use Case Energie erzeugen intelligente Messsysteme am Laborstandort Etteln Energiedaten, die durch den Projektpartner Fraunhofer IEE aggregiert und anonymisiert werden. Über den gemeinsam entwickelten Re4DE-Konnektor werden diese Daten zwischen zwei Energiedatenräumen bereitgestellt und für weitere Anwendungen nutzbar gemacht.
Datennutzung für die Bilanzkreisbewirtschaftung
Die bereitgestellten Daten fließen in einen Anwendungsfall zur Optimierung der Bilanzkreisbewirtschaftung innerhalb von energy data-X. Ziel ist es, Lastverläufe auf Basis von Messdaten präziser vorherzusagen und Strombedarf sowie Stromerzeugung besser aufeinander abzustimmen.
Damit werden die Daten nicht nur zugänglich gemacht, sondern unmittelbar in einem zweiten Datenraum genutzt. Was bislang vor allem als technisches Konzept und Machbarkeitsnachweis betrachtet wurde, zeigt sich damit erstmals in einer konkreten Anwendung.
Interoperabilität schafft neue Möglichkeiten
Besonders bemerkenswert ist, dass dieser Anwendungsfall ursprünglich nicht Teil des Use Case Energie war. Er entstand erst durch die praktische Zusammenarbeit der beteiligten Akteure und verdeutlicht, welches Innovationspotenzial interoperable Datenräume bieten.
Möglich wird die Umsetzung durch standardisierte Datenbereitstellung, den Einsatz des Re4DE-Konnektors und die gemeinsame technologische Basis der beteiligten Projekte. Dadurch können Datenprodukte effizient zwischen verschiedenen Datenraumumgebungen bereitgestellt und genutzt werden.
Referenzmodell für zukünftige Anwendungen
Die erfolgreiche Verbindung der beiden Energiedatenräume zeigt, wie digitale Infrastrukturen künftig sektoren- und organisationsübergreifend zusammenwirken können. Dass bereits wenige Wochen nach der technischen Anbindung konkrete Datenflüsse realisiert wurden, unterstreicht die Praxistauglichkeit des Ansatzes.
Mit Re4DE und energy data-X entstehen damit anschlussfähige Lösungen, auf denen weitere Anwendungsfälle und Kooperationen in der Energiewirtschaft aufbauen können. Der erfolgreiche Datenaustausch liefert zugleich ein wichtiges Referenzmodell für die Entwicklung einer vernetzten und datengetriebenen Energiewirtschaft.
